
Kurz beantwortet
- Viele Smart-TVs, darunter Samsung, LG und Sony, können erkennen, was auf dem Bildschirm läuft. Die Technik heisst automatische Inhaltserkennung (ACR) und erfasst auch, was über HDMI hereinkommt. In Europa holen diese drei Marken dafür eine Einwilligung ein, die Sie bei der Einrichtung geben und später im Menü zurücknehmen können.
- Auf meinem Sony lief ein ACR-Dienst der Drittfirma Samba TV im Hintergrund und war so eingerichtet, dass er bei jedem Wechsel des Eingangs startet.
- Wer über die Box des Anbieters schaut, hat dort eigene Einstellungen. Sunrise TV fragt vor dem Sammeln, bei Swisscom blue TV lässt sich die Werbenutzung abschalten, und die neue Salt-TV-Box läuft auf Android TV, dessen Bedingungen Sie annehmen müssen.
- Das Wichtigste erledigen drei Schalter im Menü, ACR aus, personalisierte Werbung aus, Werbe-ID löschen. Dazu Standort und Mikrofon prüfen.
- Bei Samsung mass eine Studie 2026 in den USA auch nach dem Abschalten noch ACR-artigen Verkehr. Dort kann zusätzlich ein DNS-Filter im Router helfen, die Forschenden empfehlen dafür eine eigene Sperrliste.
- Rooten braucht es dafür nicht. Bei Google TV und Android TV führt der Entwicklermodus weiter, mit Änderungen, die sich einzeln rückgängig machen lassen.
Am 24. Oktober 2026 habe ich nachgesehen, was auf meinem Fernseher läuft. Es ist ein Sony Bravia mit Google TV, Anfang September eingerichtet, mit 319 Programmpaketen (Apps und Systemteile). Darauf lief ein Dienst von Samba TV, einer Drittfirma, die per ACR auswertet, was auf dem Bildschirm läuft. Er war ab Werk als Systemdienst installiert, lief im Hintergrund und war so eingerichtet, dass er bei jedem Wechsel des Eingangs startet. Dazu kamen die Werbe-ID von Google und das Recht, jede installierte App aufzulisten.
Eine Sony-App verband den Fernseher mit diesem Dienst, Sonys eigener Nutzungsdaten-Dienst lief als fester Teil des Systems, und die Standortbestimmung stand auf «hohe Genauigkeit», bei einem Fernseher, der nie den Raum verlässt. Beiträge über Samsung auf X waren der Anlass. Bei mir kam die Inhaltserkennung also nicht von Samsung, sondern von einer Drittfirma.
Der Samsung-Fall: was belegt ist und was nur behauptet wird
Die Beiträge über Samsung laufen seit dem 21. Oktober 2026 auf X.
Was auf X steht
Ein Sicherheitsforscher schreibt, er habe auf neuen Samsung-Fernsehern über selbst gefundene, unveröffentlichte Lücken Root erlangt. Ein neuronales Netz verfolge die Nutzung in Apps, und Geräte ohne Mikrofon nutzten das einer verbundenen Soundbar. Belegt ist davon nichts. Einen Bericht gibt es nicht. Laut Notebookcheck belegen die eigenen Notizen des Forschers die Weitergabe über die Soundbar nicht. Seine Zähler zeigen nicht, dass je ein Hinweis erschien, und der ganze Ablauf ist nicht nachverfolgt.
Was gemessen ist
Forschende der Northeastern University haben 2026 zwölf Fernseher in den USA untersucht. Bei LG, Sony mit Google TV, VIDAA und Fire OS wirkte das Abschalten von ACR vollständig. Bei Samsung blieb danach ACR-artiger Verkehr, in allen 30 Messungen mit dem eingebauten Gratis-Streamingdienst und bei einem Teil der Messungen über Antenne und HDMI. Was darin stand, sahen die Forschenden nicht, der Verkehr war verschlüsselt, und gemessen haben sie nur in den USA. Eine Studie von 2024 fand ACR-Verkehr beim normalen Fernsehen und am HDMI-Eingang, nicht aber in den Apps von Netflix und YouTube.
Warum das die Schweiz betrifft
Samsungs Werbegeschäft in Europa schliesst laut einer Kundeninformation von Samsung Ads von 2020 die Schweiz ausdrücklich ein. ACR («Viewing Information Services») und personalisierte Werbung sind dort freiwillige Zustimmungen, und der europäische Werbehinweis nennt den EDÖB als zuständige Schweizer Behörde. Was die Geräte hier dürfen, richtet sich nach Schweizer Datenschutzrecht.
Was Besitzer auf X tief im System gemacht haben
Zwei Samsung-Besitzer haben im Oktober auf X und in einem Blog beschrieben, wie sie tief im System aufgeräumt haben. Einer schaltete ACR-Pakete, die Erkennung am HDMI-Eingang und das Weckwort der Sprachsteuerung ab, der andere 45 Pakete, von denen er später 29 wieder aktiv fand. Beide brauchten dafür Root, und das bekamen sie über eine bekannte Lücke im Entwicklerzugang, die Samsung bestätigt hat und die veröffentlicht ist. Laut dem Bericht eines Besitzers greift sie auf mindestens einem Gerät mit Tizen 10 nicht mehr. Ein Update von Samsung für ältere Versionen ist nicht bestätigt.
Ohne Root entfernt der Entwicklermodus bei Samsung nur ganze Apps, die ACR-Teile liegen im geschützten Systembereich. Samsung Schweiz schliesst die Garantie bei «Verwendung von Drittanbieter-Softwareprogrammen zur Bearbeitung, Änderung, Anpassung oder Erweiterung der vorhandenen, zugelassenen Samsung-Software» aus. Der erste Besitzer schreibt, dass die dokumentierten ACR-Schalter kein Root brauchen.
Für einen Haushalt halte ich diesen Weg für falsch. Er kann die Garantie kosten, und was er abschaltet, bleibt nicht sicher aus.
Nicht nur Samsung: was ACR ist und wer es einsetzt
Wie die Erkennung funktioniert
Die meisten Smart-TVs sind laut der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC mit automatischer Inhaltserkennung ausgestattet. Der Fernseher bildet aus Bild oder Ton kurze Abdrücke und schickt sie gebündelt an einen Server, der sie mit einer Datenbank bekannter Inhalte abgleicht. Samsung tastet laut eigener Dokumentation zweimal pro Sekunde ab, LG arbeitet laut der Studie von 2026 mit dem Ton, Sony mit dem Bild. Ein Abdruck statt eines Bildes macht die Daten laut der Studie von 2024 nicht automatisch anonym.
Ein Leser fragte im Tages-Anzeiger: «Was bringt es Samsung zu wissen dass ich den Kassensturz schaue oder die Arena.»
Samba TV auf Sony
Samba TV ist laut Sony Irland eine Drittfirma. Ihre App steckt auch in der Schweiz in der Firmware bestimmter Bravia-Modelle, auf Google-TV-Modellen und Android-TV-Modellen von 2020. Die Erkennung schaltet sich laut Sony erst ein, wenn Sie zustimmen, etwa bei der ersten Einrichtung. Laut Sony USA erkennt Samba, was über Tuner oder HDMI kommt, nicht was in Apps wie Netflix läuft, und ein Bild vom Bildschirm wird nicht verschickt. Aus den Sehdaten erstellt Samba laut seinem Datenschutz-Handbuch ein Profil für zugeschnittene Werbung. Daten aus der Schweiz können in die USA gehen, und die Werbefirmen Comscore und The Trade Desk sind als eigene Verantwortliche aufgeführt.
Die Box Ihres Anbieters: Swisscom, Sunrise, Salt
Viele Schweizer Haushalte schauen gar nicht über die Apps des Fernsehers, sondern über die Box ihres Anbieters. Die sammelt ihre eigenen Daten.
Swisscom hält in seinen Datenschutzbestimmungen fest, dass es die Nutzungsdaten aus blue TV erfasst, also wie und wann Sie das Angebot nutzen und welche Einstellungen wie die Senderanordnung Sie wählen. Es wertet sie aus, «um Ihnen für Sie passende Funktionen und persönliche Empfehlungen (z.B. ausgewählte Programme, Filme oder Serien) anzuzeigen», und kann «Daten zur Dauer und Art der TV-Nutzung» an die Konzernfirma blue+ übermitteln. Dafür gibt es eine Einstellung in der Box und in My Swisscom. Als Swisscom blue TV im Oktober 2024 auf Googles Android TV umstellte, mussten Kunden Googles Bedingungen annehmen, um das Update abzuschliessen, berichtete 20 Minuten. Die Daten gingen laut Swisscom anonymisiert an Google. Die Stiftung für Konsumentenschutz sagte dazu, Kunden könnten nur verlangen, dass ihre Box nicht aktualisiert oder das Abonnement gekündigt wird.
Nach den veröffentlichten Bestimmungen der drei fragt Sunrise TV am klarsten vorher. Laut den Nutzungsbestimmungen erfasst Sunrise, welche Sendungen Sie ansehen und aufnehmen, aber «ohne die ausdrückliche Einwilligung des Kunden bei der Installation von Sunrise TV werden keine Daten über bevorzugte Sendungen erfasst», und eine Abmeldung ist jederzeit möglich.
Die neue Salt-TV-Box läuft laut Salt auf Android TV, die ältere Apple TV 4K bleibt daneben im Angebot. Salt nennt in seiner Datenschutzerklärung «Fernsehgewohnheiten» als Datenkategorie. Diese Nutzungsdaten kann Salt laut derselben Erklärung für ein personalisiertes Kundenerlebnis mit «Profiling» und für Marketingmitteilungen verwenden, widersprechen können Sie im Profil. Eine Inhaltserkennung beschreibt Salt nicht, und automatisierte Entscheidungen beschränkt es auf die Prüfung der Kreditwürdigkeit. Zur Box schreibt Salt, es übermittle Google keine Daten über Ihre Nutzung von Salt TV. Die Bedingungen von Google müssen Sie dafür aber annehmen.
Dass Anbieter Sehdaten verwerten, ist nicht neu. K-Tipp berichtete schon 2017, dass Schweizer TV-Anbieter das Verhalten ihrer Kunden speichern und die Daten an Werber verkaufen.
Was Behörden schon unternommen haben
In den USA ist ACR mehrfach vor Behörden gelandet. Der Hersteller Vizio einigte sich 2017 mit der Handelsbehörde FTC über den Vorwurf, Sehdaten Sekunde für Sekunde zu erfassen und zu verkaufen, Ende 2025 klagte Texas gegen fünf Hersteller, Samsung und LG einigten sich 2026. Ein Leitfaden von Samsung Ads bestätigt für Geräte mit Zustimmung Screenshots alle 500 Millisekunden.
Schritt für Schritt im Menü, nach Marke

Die FRC rät, auf allen Geräten alle nicht nötigen Cookies und alle Datenschutzeinstellungen zum Teilen von Daten abzuschalten, und nennt für die drei grossen Marken je einen Schalter.
Samsung
Für ACR nennt die FRC den Weg über «Paramètres de confidentialité» und den Punkt «Viewing Information Services», den Sie abschalten. Samsungs europäischer Werbehinweis führt über «Settings > All Settings > General & Privacy > Terms & Privacy» zum selben Punkt, auf älteren Geräten mit deutschem Menü liegt er laut Stiftung Warentest unter «Einstellungen > Support > Nutzungsbedingungen».
Für die Werbung wählen Sie «I consent to Interest-Based Advertising» ab, alternativ in der App «Privacy Choices». Die Werbe-ID (PSID) nur zurückzusetzen, stoppt personalisierte Werbung laut Samsung nicht. Für die Sprachsteuerung Bixby nennt Samsung Hongkong den Pfad «Settings > All Settings > Advanced Features > Voice > Bixby Settings > Privacy».
LG
LGs ACR heisst «Live Plus». Die FRC nennt den Weg über «Paramètres supplémentaires» im Systemmenü und zusätzlich die Option, die Werbung einzuschränken. Laut blue News steht Live Plus unter «Einstellungen > Alle Einstellungen > Allgemein > System > Zusätzliche Einstellungen», die Spracherkennung unter «Allgemein > KI-Dienst». Ihre Benutzervereinbarungen finden Sie laut LG Deutschland unter «Einstellungen > Alle Einstellungen > Unterstützung > Privatsphäre & Bedingungen». Für die Smart-TV-Funktionen genügt laut LG die Zustimmung zu den «Nutzungsbedingungen». Werbung auf der Startseite steuern Sie unter «Zusätzliche Einstellungen > Startseiten-Einstellungen».
Sony und Google TV
Die FRC nennt für Sony den Schalter «Samba Interactive TV» im Menü «Initial Setup». Laut Sony Irland schalten Sie Samba im Untermenü «Samba Interactive TV» unter «System Preferences» ab. Erscheint der Hinweis von Samba als Pop-up, wählen Sie «Set up now», dann «Next», auf der Seite mit der Datenschutzerklärung «Disagree and Disable» und bestätigen mit «Yes». Im deutschen Menü nennt Stiftung Warentest «Einstellungen > Systemeinstellungen», dort «interaktive TV-Einstellungen» oder «Samba Interactive TV».
Die Werbe-ID löschen Sie laut Google-TV-Hilfe unter «Privacy > Ads > Delete advertising ID». Werbung an sich lässt sich laut Google nicht abschalten. Ohne Werbe-ID erhalten Sie keine Anzeigen mehr, die auf ihr beruhen, aber weiterhin solche nach anderen Angaben, etwa dem, was Sie Apps mitgeteilt haben. Unter «Privacy» liegen laut Sonys Hilfe auch «Location» und «Microphone». Für Bravia-Modelle mit Google TV von 2021 bis 2025, die ein eingebautes Mikrofon haben, beschreibt Sony einen Mikrofonschalter am Gerät, bei OFF leuchtet unten ein oranges Licht.
Für alle Marken: Router und DNS
Ein DNS-Filter im Router löst bestimmte Adressen nicht mehr auf, der Fernseher erreicht sie dann nicht. Ein Samsung-Besitzer, der seinen Entwicklerzugang dokumentiert hat, rät zu samsungacr.com und samsungads.com, eine Adresse nach der anderen, weil eine Pauschalsperre aller Samsung-Adressen auch App-Store und Firmware-Updates lahmlegt. Beide Studien fanden ACR-Verkehr von Samsung aber auch an Adressen unter samsungcloud.tv, die Messung von 2024 in Grossbritannien zusätzlich unter samsungcloudsolution.com. Die Autoren der Studie von 2026 empfehlen für Samsung eine Sperrliste mit samsungcloud.tv und samsungacr.com und schreiben, dass sie im Labor keine Funktion des Fernsehers störte.
Das Bundesamt für Cybersicherheit BACS rät, vernetzte Geräte in ein eigenes Netzsegment zu stellen und regelmässig zu aktualisieren.
| Marke | ACR-Schalter | Werbung | Mikrofon | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Samsung | «Viewing Information Services» unter «Terms & Privacy» | «Interest-Based Advertising» abwählen | Bixby unter «Voice» | FRC, Samsung EU, Stiftung Warentest, Samsung Hongkong |
| LG | «Live Plus» unter «Zusätzliche Einstellungen» | Benutzervereinbarungen, «Startseiten-Einstellungen» | «KI-Dienst» | FRC, blue News, LG Deutschland |
| Sony mit Google TV | «Samba Interactive TV» in den Systemeinstellungen | «Delete advertising ID» | Schalter am Gerät bei eingebautem Mikrofon, «Microphone» | FRC, Sony Irland, Google, Sony Asien |
Weiter gehen: der Entwicklermodus auf Google TV und Android TV

Wer mehr will, kommt bei Google TV und Android TV über den Entwicklermodus weiter, ohne Root. Ich habe das an meinem Sony gemacht, von meinem Laptop aus, und vorher den Zustand des Geräts gesichert. Von 319 Paketen habe ich 59 angefasst, 49 nur für mein Profil entfernt und 10 ausgeschaltet, dazu den Standort aus und ein privates DNS, das Werbe- und Tracking-Adressen blockiert. Zu jeder Änderung habe ich den Rückgängig-Befehl notiert, nach einem Neustart hatten alle gehalten. Bild, Ton, Eingänge, Fernbedienung, Updates, Play Store und die Streaming-Apps blieben unberührt.
Rooten war weder nötig noch möglich. Der Fernseher meldet einen gesperrten Bootloader, und für diese Sony-Generation fand ich keinen dokumentierten Weg zu Root. Ein Werksreset und Firmware-Updates bringen entfernte Pakete zurück.
Prompts für einen KI-Assistenten, je Fernseher
Die Prompts sind für einen KI-Assistenten gedacht, der auf Ihrem Laptop Befehle ausführen darf. Jeder verlangt zuerst eine Sicherung, dann eine Liste, Ihr OK vor jedem Schritt und zu jeder Änderung den Rückweg. Root und Sicherheitslücken sind tabu, Updates, Eingänge, Fernbedienung, Bild und Ton bleiben unberührt. Ich habe die Leitplanken für einen Agenten, der Befehle ausführt, in KI-Agenten im KMU beschrieben.
Sony und andere Google-TV-Geräte
Hilf mir, meinen Fernseher mit Google TV über adb aufzuräumen. Du darfst auf meinem Laptop Befehle ausführen, jede Änderung am Fernseher erst nach meinem OK.
Nie Root, nie eine Sicherheitslücke, kein Werksreset. Nicht anfassen: Firmware-Updates, Eingänge und Tuner, Fernbedienung, Bild, Ton, Play Store, Play-Dienste, Startbildschirm.
1. Führ mich durch Entwickleroptionen und kabelloses Debugging (ab Android 13) und koppel den Laptop mit adb pair.
2. Sichere zuerst Paketliste (pm list packages, mit deaktivierten und Systempaketen) und Einstellungen in einen Ordner mit Datum.
3. Liste Pakete für Inhaltserkennung (ACR), Werbung und Nutzungsdaten mit je einem Satz zum Zweck. Markiere Unsicheres. Schlag mir eine kurze Liste vor, ich gebe frei.
4. Ein Paket pro Schritt: pm disable-user --user 0 <paket>, zurück mit pm enable --user 0 <paket>. Nur auf meinen Wunsch entfernen: pm uninstall -k --user 0 <paket>, zurück mit cmd package install-existing <paket>.
5. Nach jedem Schritt zurücklesen und den Rückweg protokollieren. Am Schluss Neustart und alles erneut prüfen.
Andere Android-TV-Geräte und Fire TV
Hilf mir, mein Android-TV-Gerät oder Fire TV über adb aufzuräumen. Du darfst auf meinem Laptop Befehle ausführen, jede Änderung am Gerät erst nach meinem OK.
Nie Root, nie eine Sicherheitslücke, kein Werksreset. Nicht anfassen: Firmware-Updates, Eingänge, Fernbedienung, Bild, Ton, App-Store, Startbildschirm.
1. Frag nach Gerät und Android-Version. Ab Android 13 kabelloses Debugging mit adb pair. Bei Fire TV unter "My Fire TV" (oder "Device") > "Developer Options" das "ADB Debugging" einschalten, dann adb connect <ip>:5555. Den Dialog "Allow USB debugging?" bestätige ich am Gerät.
2. Sichere zuerst Paketliste (pm list packages, mit deaktivierten und Systempaketen) und Einstellungen.
3. Liste Pakete für Inhaltserkennung, Werbung und Nutzungsdaten mit je einem Satz zum Zweck und schlag mir eine kurze Liste vor.
4. Ein Paket pro Schritt: pm disable-user --user 0 <paket>, zurück mit pm enable --user 0 <paket>. Entfernen nur auf meinen Wunsch: pm uninstall -k --user 0 <paket>, zurück mit cmd package install-existing <paket>.
5. Nach jedem Schritt zurücklesen und protokollieren, am Schluss Neustart und alles erneut prüfen.
Samsung
Hilf mir, die Datenschutz-Einstellungen meines Samsung-Fernsehers (Tizen) zu setzen. Samsung gibt Besitzern keinen Shell-Zugang, und du versuchst nicht, einen zu bekommen: kein Root, keine Sicherheitslücke, keine Pakete über den Entwicklermodus entfernen. Bild, Ton, Eingänge und Fernbedienung bleiben, wie sie sind.
1. Frag nach Modell und Baujahr. Notiere vor jeder Änderung den Ausgangszustand des Schalters. Ich lese dir vor, was auf dem Bildschirm steht.
2. Führ mich zu "Viewing Information Services" (aus), "I consent to Interest-Based Advertising" (abwählen), PSID zurücksetzen, Bixby-Datenschutz. Neuere Geräte "Settings > All Settings > General & Privacy > Terms & Privacy", ältere "Einstellungen > Support > Nutzungsbedingungen".
3. Dann eine Sperrliste für meinen Router oder DNS-Filter. Beginne mit samsungacr.com, samsungads.com, acr-eu-prd.samsungcloud.tv und acr0.samsungcloudsolution.com, lies im Router-Protokoll, was der Fernseher sonst anfragt, und schlag mir jede Adresse einzeln vor.
4. Eine Adresse pro Schritt, danach testen wir Streaming-Apps, App-Store und Update-Suche. Bricht etwas, hebst du die Sperre sofort auf. Adressen für Firmware-Updates sperrst du nie. Führ eine Liste jeder Sperre.
LG
Hilf mir, die Datenschutz-Einstellungen meines LG-Fernsehers (webOS) zu setzen. Der Entwicklermodus von LG ist für eigene Apps gedacht und schaltet keine Systemdienste ab. Nutze ihn nicht dafür, kein Root, keine Sicherheitslücke. Bild, Ton, Eingänge und Fernbedienung bleiben, wie sie sind.
1. Frag nach Modell und webOS-Version. Notiere vor jeder Änderung den Ausgangszustand des Schalters.
2. Führ mich zu "Live Plus" (aus) unter "Einstellungen > Alle Einstellungen > Allgemein > System > Zusätzliche Einstellungen". Unter "Unterstützung > Privatsphäre & Bedingungen" hilfst du mir, alles ausser den Nutzungsbedingungen abzulehnen, soweit das Menü es anbietet. Dann Werbung in den "Startseiten-Einstellungen" und die Spracherkennung unter "Allgemein > KI-Dienst".
3. Dann eine Sperrliste für meinen Router oder DNS-Filter. Lies im Router-Protokoll, welche Adressen der Fernseher anfragt, und schlag mir Werbe- und ACR-Adressen einzeln vor.
4. Eine Adresse pro Schritt, danach testen wir Streaming-Apps, App-Store und Update-Suche. Bricht etwas, hebst du die Sperre sofort auf. Adressen für Software-Updates sperrst du nie. Führ eine Liste jeder Sperre.
Was das Schweizer Datenschutzgesetz dazu sagt
Einwilligung und Profiling
Das revidierte Datenschutzgesetz gilt seit dem 1. September 2023. Seine Definition von Profiling in Art. 5 nennt persönliche Vorlieben und Interessen, also das, was ein Sehprofil erfasst. Wo eine Einwilligung nötig ist, gilt sie nach Art. 6 Abs. 6 nur, wenn sie freiwillig und nach angemessener Information erteilt wird. Für ein Profiling mit hohem Risiko durch eine private Firma muss sie ausdrücklich sein, und ob ein Sehprofil dazu zählt, ist offen.
Art. 7 Abs. 3 verlangt datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Eine Einwilligung speziell für ACR schreibt das Gesetz nach meiner Lesart nicht vor, die Hersteller holen sie in Europa trotzdem ein. Dasselbe Gesetz habe ich am Beispiel von ChatGPT und Datenschutz in der Schweiz für KI im Büro durchgearbeitet.
Was der EDÖB bisher getan hat
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte EDÖB eröffnete 2017/18 nach Anfragen aus der Bevölkerung eine Abklärung bei einem Smart-TV-Hersteller. Im Tätigkeitsbericht 2018/19 schloss er sie ohne formelle Massnahmen ab. Nutzer könnten die Übertragung «vollständig unterbinden» und das Gerät als herkömmlichen Fernseher nutzen, Komfortfunktionen liessen sich abschalten, die für die Smart-TV-Funktionen technisch nötigen Daten dagegen nicht. Eine Leitlinie zu ACR unter dem neuen Gesetz habe ich nicht gefunden.
Ihr Auskunftsrecht
Nach Art. 25 können Sie beim Hersteller oder bei Samba TV Auskunft verlangen, welche Daten er über Sie bearbeitet. Das Abschalten von Samba stoppt nur die neue Erfassung, die Löschung des Sehverlaufs läuft laut Sony über eine Mail an privacy@samba.tv. Das Schweizer Konsumentenmagazin Saldo stellte bei LG ein solches Gesuch für eine konkrete Person und bekam keine Antwort, wie Stiftung Warentest berichtet.
Zuerst drei Schalter, dann der Rest
Für heute Abend genügen drei Schalter am Fernseher, ACR aus, personalisierte Werbung aus, Werbe-ID löschen. Bei Samsung kommt eine Sperrliste im Router dazu, Adresse für Adresse. Den Entwicklermodus brauchen Sie nur, wenn Sie danach noch mehr wegräumen wollen. Hängen in Ihrem Betrieb Bildschirme in Sitzungszimmern oder am Empfang, schreiben Sie mir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Reicht es, den Fernseher vom Internet zu trennen?
Für die Übertragung ja. In den Kommentaren von Tages-Anzeiger, 20 Minuten und Watson war das der häufigste Vorschlag, oft mit einer externen Box. Dafür fehlen die Sicherheitsupdates, die das BACS ausdrücklich empfiehlt, und die Box hat ihre eigenen Datenschutz-Einstellungen. Stiftung Warentest berichtet zudem von einem Video, in dem ein LG-Fernseher offline weiter Daten sammelte und sie losschickte, sobald er wieder online war.
Hört mein Fernseher im Wohnzimmer mit?
Für Samsung ist die Behauptung vom Oktober 2026 unbelegt. LG schreibt, dass Ton für das Weckwort lokal verarbeitet und ohne erkanntes Weckwort weder gespeichert noch übertragen wird. Für Bravia-Modelle mit Google TV und eingebautem Mikrofon beschreibt Sony einen Mikrofonschalter mit orangem Licht. Auf meinem Gerät blieb das freihändige Mikrofon für «Hey Google» aus.
Muss ich zustimmen, damit der Fernseher funktioniert?
Laut LG sperrt das Ablehnen der freiwilligen Vereinbarungen keine Grundfunktion. Samsung verknüpft Sehdaten in Europa nur mit Ihrem Werbeprofil, wenn Sie beiden Punkten getrennt zustimmen. Bei der Box eines Anbieters kann das anders aussehen. Ein Leser schrieb im Tages-Anzeiger zu einer Box von Swisscom, er habe nach dem Einschalten nur zwischen Google und dem Wiederausschalten wählen können.
Ist das nicht übertrieben, Google weiss doch eh alles?
ACR erfasst auch, was über Antenne und HDMI läuft, also Konsole und Kabelbox, und Samba gibt Daten an eigene Werbepartner weiter. Das Abschalten wirkte in der US-Messung von 2026 bei Sony mit Google TV vollständig.
Bleiben die Einstellungen nach einem Update?
Entfernte Pakete kommen nach einem Werksreset oder einem Firmware-Update zurück. Nach einem grösseren Update schauen Sie am besten noch einmal in die Menüs und in Ihre Liste.