
Kurz beantwortet
- Was eine KI beim Schreiben übernimmt: Gliederung, Entwurf, Titel und Beschreibung. Google nennt generative KI besonders nützlich, um ein Thema zu recherchieren und eigenen Inhalten eine Struktur zu geben.
- Wo KI-Texte falsch werden: bei den Fakten. Sprachmodelle raten manchmal, wenn sie unsicher sind, und liefern dann plausible, aber falsche Aussagen. So beschreibt es ein Forschungsteam um Adam Tauman Kalai (2025).
- Ob Google KI-Texte abstraft: Nicht als solche. Gegen Googles Spam-Richtlinien verstösst, wer massenhaft Seiten ohne Mehrwert erzeugt, um Rankings zu manipulieren, egal wie sie entstehen.
- Was vor dem Veröffentlichen nötig ist: eine Prüfung jeder Aussage an ihrer Quelle, auch von Titel, Beschreibung und Alt-Texten. Den Artikeltext prüft bei mir ein frisch gestartetes Modell, das ihn nicht geschrieben hat. In den ersten fünf Artikeln meiner Pipeline korrigierte es im ersten Durchgang 35 von 304 Aussagen.
- Für wen sich das lohnt: für Firmen, die regelmässig Fachtexte veröffentlichen und eine Person haben, die vor dem Veröffentlichen dafür geradesteht.
Eine Zahl ohne Beleg
Was die erste Fassung versprach
Am 2. April 2026 ging eine erste Fassung dieses Artikels auf meine Website. Sie versprach, die Arbeit an einem Blogartikel von 60 auf 13 Minuten zu senken. Am 10. April setzte ich sie wieder auf unveröffentlicht. Auf anderen Seiten meiner Website stand die Zahl bis zum 1. Oktober 2026.
Ausserhalb der Website gab es für diese Zahl keinen Beleg. Mein Faktenregister ist die Liste aller Aussagen über meine Arbeit, die ein Artikel verwenden darf. Seit dem 1. Oktober 2026 führt es die Zahl deshalb nicht mehr. Also ist sie weg.
Warum eine Zahl über die eigene Arbeit einen Beleg braucht
Sie war nicht die einzige. Am 1. Oktober 2026 nahm ich vier Zahlen ohne Beleg von meiner Website. Zwei davon, auch die 60 auf 13 Minuten, standen in meinem Faktenregister sogar mit Quelle: dem Text meiner eigenen Website. Die Website belegte sich selbst.
Steht eine solche Zahl in den Unterlagen, die ein Sprachmodell bekommt, kann es sie ohne Zögern in den nächsten Text übernehmen. Dass nichts dahinter liegt, sieht es ihr nicht an. Die Zahl übernimmt dieser Artikel deshalb nicht. Er zeigt stattdessen den Ablauf, in dem er neu entstanden ist.
Was eine KI beim Schreiben übernimmt und was nicht
Was bei mir ein Sprachmodell schreibt
Google schreibt in seinem Leitfaden zu generativer KI, sie sei besonders nützlich, um ein Thema zu recherchieren und eigenen Inhalten eine Struktur zu geben. Einem Sprachmodell überlasse ich die Gliederung, den Entwurf, Titel und Beschreibung.
Warum KI-Texte nach Einheitsbrei klingen
«Viele KI-Texte sind wie Hotelmusik: angenehm, sauber, professionell und nach fünf Minuten vergessen», schrieb jemand unter einem Artikel des Tages-Anzeigers vom August 2026. Für diesen Artikel habe ich Kommentarspalten von Schweizer Nachrichtenseiten ausgewertet. Unter Artikeln über Texte, Medien, Werbung und Bücher war das dort der häufigste Einwand.
Für den Entwurf gilt bei mir dagegen eine Liste verbotener Muster. Eine Regel verbietet reflexhafte Dreierlisten, eine andere künstliche Überleitungen wie «Vor diesem Hintergrund» oder «In diesem Zusammenhang».
Ein Verbot von Floskeln macht aber noch keinen Inhalt. Ein Modell kennt weder Ihre Zahlen noch Ihre Erfahrung mit Ihren Kunden. Was Ihren Text von den anderen Treffern zum selben Suchbegriff abhebt, muss deshalb von Ihnen kommen.
Warum Sprachmodelle Fakten erfinden
Ein Forschungsteam um Adam Tauman Kalai beschreibt das Problem 2025 so: Sprachmodelle raten manchmal, wenn sie unsicher sind, und liefern plausible, aber falsche Aussagen, statt ihre Unsicherheit zuzugeben. Der Grund liegt laut der Studie im Training und in der Bewertung der Modelle. Beide belohnen das Raten stärker als das Eingeständnis, etwas nicht zu wissen.
Für einen Blogartikel heisst das: Der falsche Satz sieht aus wie die richtigen daneben. Wer den Text nur auf Stil liest, findet ihn nicht.
Was Google zu KI-Texten sagt
Google straft KI-Texte nicht als solche ab. Seine Spam-Richtlinien richten sich gegen massenhaft erzeugte Inhalte: viele Seiten, die vor allem Rankings manipulieren sollen und Nutzern wenig bis nichts bringen, egal wie sie entstanden sind. In seinem Leitfaden zu generativer KI schreibt Google, dass viele Seiten ohne Mehrwert für Nutzer gegen diese Regel verstossen können.
Im selben Leitfaden nennt Google es entscheidend, jeden KI-Text vor dem Veröffentlichen von Hand auf Richtigkeit zu prüfen, auch Titel, Meta-Beschreibung, strukturierte Daten und die Alt-Texte von Bildern.
Mein Ablauf für einen Blogartikel

Seit Ende September 2026 entstehen meine Blogartikel in derselben Pipeline, auch dieser.
Das Thema kommt aus Suchdaten
Ich beginne mit Suchanfragen aus der Schweiz: Suchvolumen aus dem Keyword-Planer von Google Ads und die Anfragen, mit denen meine Website in der Search Console schon auftaucht. Für diesen Artikel ergab die Abfrage diese Zahlen:
| Suchbegriff | Suchanfragen pro Monat | Wettbewerb in Google Ads |
|---|---|---|
| ki texte schreiben | 1300 | niedrig |
| texte schreiben mit ki | 140 | mittel |
| texte mit ki schreiben | 30 | niedrig |
| ki texte schreiben lassen | 20 | niedrig |
| Total, einmal gezählt | 1490 |
Die Zahlen gelten für die Schweiz, Sprache Deutsch. «ki text schreiben» hat keine eigene Zeile, weil Google Ads es als Variante von «ki texte schreiben» führt.
In der Ideenliste, aus der mein Themenplan entsteht, kommen solche Varianten dagegen als eigene Zeilen mit identischen Zahlen zurück, dazu dasselbe Suchwort einmal pro Sprache. Mein erster Themenplan zählte diese Zeilen mehrfach: pro Thema bis zum Dreifachen des echten Werts. Seither prüft meine Pipeline, welche Zeilen dasselbe Suchwort meinen, bevor sie zusammenzählt.
Entwurf und Stilrunde
Ein Sprachmodell schreibt die Gliederung, stellt eine kurze Recherche mit einer Quelle zu jeder Tatsache zusammen und schreibt danach den Entwurf. Seiten von Agenturen und Beratern zum selben Thema öffnet es dabei nicht, damit nichts von dort ungeprüft in meinen Text wandert.
Danach folgt eine Stilrunde: Rhythmus, Kürzungen, eine klare Position. Sie darf keine neue Tatsache hinzufügen.
Faktenprüfung durch ein frisches Modell
Dann kommt die Faktenprüfung, meine Revisionsstelle: Sie hat die Buchhaltung nicht geführt und will jeden Beleg sehen. Ein frisches Modell, das am Text nicht mitgeschrieben hat, öffnet jede Quelle neu und gibt jeder Aussage ein Urteil. Danach prüft eine Textkritik Ton und Wörter, die nach Maschine klingen.
Beide Prüfungen werden auf einen Fingerabdruck des Schlusstexts gestempelt. Ändere ich danach einen Satz, passt der Stempel nicht mehr, und die Pipeline legt den Artikel erst nach einer neuen Prüfung auf meiner Website an.
Veröffentlicht wird erst nach meiner Freigabe
Am Ende legt die Pipeline den Artikel als versteckten Entwurf auf meiner Website an. Einen veröffentlichten Artikel überschreibt sie nicht. Live geht ein Text erst, wenn ich ihn freigebe.
Meine Einschätzung nach diesen Artikeln: Mit KI ist das Schreiben der billige Teil geworden. Die Arbeit steckt in der Prüfung. Wer sie streicht, spart genau dort, wo KI-Texte falsch werden.
Was die Prüfung in fünf Artikeln fand
| Artikel | Geprüfte Aussagen | Korrigiert |
|---|---|---|
| Datenschutz bei KI-Chats im KMU (DE) | 35 | 8 |
| KI-Agenten im KMU (DE) | 57 | 3 |
| Forward Deployed Engineer (EN) | 95 | 8 |
| Agentic Commerce (EN) | 53 | 15 |
| Agentic Commerce (DE) | 64 | 1 |
| Total | 304 | 35 |
Quelle: Prüfberichte meiner Pipeline, jeweils der erste Durchgang der Faktenprüfung, 28. bis 30. September 2026.
Etwa jede neunte Aussage hielt im ersten Durchgang nicht, so wie sie dastand. Gestrichen werden musste keine, korrigiert wurden 35. Die deutsche Fassung zu Agentic Commerce baute auf der bereits geprüften englischen auf und kam mit einer Korrektur aus.
Eine Trendzahl, die nach Wochen nicht mehr stimmte
In meinem Briefing zum Artikel über Agentic Commerce stand, das Wachstum beim KI-Traffic auf US-Detailhandelsseiten flache ab. Gestützt war das auf Adobes Zahl für Juli 2026: plus 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prüfung fand Adobes Bericht vom 28. September, der für August ein Plus von 127 Prozent ausweist. Der Satz vom Abflachen wurde korrigiert.
Ein Zitat, das stimmte und trotzdem falsch war
Eine Studie von Vercel und MERJ vom Dezember 2024 hält fest, keiner der grossen KI-Crawler rendere derzeit JavaScript. Der Artikel über Agentic Commerce gab das korrekt wieder. Die englische Faktenprüfung schrieb es sogar selbst in den Text, die deutsche bestätigte es. Dieselbe Seite nennt weiter unten zwei Ausnahmen: Googles KI-Assistenten, der die Infrastruktur des Googlebot nutzt, und AppleBot.
Erst die Schlussprüfung, die die ganze Seite las, fand das. Seither zählt eine weggelassene Ausnahme als Fehler, auch wenn das Zitat stimmt.
Was Sie aus meinem Ablauf übernehmen können

Ein Register für jede Zahl über Ihre Firma
Legen Sie eine Liste aller Zahlen und Aussagen über Ihre Firma an, die Ihre Texte verwenden dürfen, jede mit ihrem Beleg: eine Auswertung oder ein Protokoll. Über Ihre Firma erfährt die KI nur, was auf dieser Liste steht. Was nicht darin steht, kommt nicht in den Text.
Prüfen soll, wer nicht mitgeschrieben hat
Die Prüfung macht jemand, der am Text nicht beteiligt war, eine Person oder ein zweites Modell. Wer prüft, öffnet jede Quelle, statt aus dem Gedächtnis zu urteilen.
Das gilt auch für Korrekturen. Im Artikel über Forward Deployed Engineers hielt eine Korrektur fest, keine der geprüften Stellen in Zürich nenne ein Gehalt, weder bei Google noch bei Databricks.
Der Korrektor hatte eine Ausschreibung ohne Gehaltsangabe geöffnet und das auf die übrigen übertragen. Eine davon nennt sehr wohl eine Spanne, allerdings für Frankreich. Gefunden hat das erst die Nachprüfung jeder geänderten Zeile.
Nie automatisch veröffentlichen
Lassen Sie die KI Entwürfe anlegen, nie veröffentlichen. Es ist dasselbe Prinzip wie bei meinem KI-Agenten im Shop-Postfach: Er speichert Entwürfe, senden darf er nicht.
Was nicht in den Prompt gehört
Kundendaten und Vertrauliches gehören nicht im Klartext in einen Prompt. Was dazu in der Schweiz gilt, habe ich im Artikel über Datenschutz bei KI-Chats im KMU zusammengetragen.
Wann sich das nicht lohnt
Wenn Sie zwei Texte im Jahr schreiben, brauchen Sie keinen Ablauf mit Stempeln, sondern eine gründliche Lektüre jeder Quelle. Und wenn in Ihrer Firma niemand die Verantwortung für das Veröffentlichte übernimmt, hilft auch die beste Prüfung nicht.
Erst die belegten Zahlen, dann das Werkzeug
Bevor Sie ein Werkzeug auswählen, schreiben Sie auf, welche Zahlen über Ihre Firma belegt sind und wo der Beleg liegt. Diese Liste schützt Ihre Texte mehr als jeder Prompt. Wenn Sie danach einen solchen Ablauf für Ihren Blog aufbauen wollen, gehe ich das mit Ihnen in einem Erstgespräch durch. Wie ich einen Ablauf baue, beschreibt die Seite zur KI-Automatisierung.
Häufige Fragen
Straft Google KI-Texte ab?
Nicht dafür, dass sie mit KI geschrieben sind. Googles Spam-Richtlinien treffen massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert, die Rankings manipulieren sollen, egal wie sie entstanden sind. Google nennt es aber entscheidend, KI-Texte vor dem Veröffentlichen von Hand auf Richtigkeit zu prüfen.
Wie viel Zeit spart KI beim Schreiben eines Blogartikels?
Eine belegte Zahl habe ich nicht, deshalb nenne ich keine. Sicher ist nur, dass die Prüfung jeder Aussage an ihrer Quelle Zeit kostet. An ihr sollten Sie nicht sparen.
Soll ich offenlegen, dass ein Text mit KI entstanden ist?
Google hält solche Angaben für nützlich, wo sich Leser fragen könnten, wie ein Text zustande kam. Ein pauschales «mit Hilfe von KI» reicht manchen Lesern aber nicht: «Da weiss man ja nicht ob 1% oder 100% von KI gemacht wurde», schrieb jemand unter einem Artikel des Tages-Anzeigers.
Sagen Sie deshalb, was die KI gemacht hat. Dieser Artikel sagt es so: Den Entwurf hat ein Sprachmodell geschrieben, ein frisch gestartetes Modell ohne Anteil am Entwurf hat ihn geprüft, und live ging er erst mit meiner Freigabe. Ob für Ihren Text eine rechtliche Pflicht gilt, beantwortet diese Empfehlung nicht.
Merkt man, dass ein Text von einer KI stammt?
Darauf würde ich mich nicht verlassen. In einer Schweizer Kommentarspalte stritten Leser darüber, ob schon ein Gedankenstrich einen KI-Text verrät. In meinen Blogartikeln blockiert eine Regel jeden Gedankenstrich, sein Fehlen beweist also keine Handarbeit. Entscheidend ist, ob die Aussagen stimmen und jemand dafür geradesteht.
Kann ich die Prüfung auch einer KI überlassen?
Als ersten Durchgang ja, wenn das prüfende Modell den Text nicht selbst geschrieben hat und jede Quelle neu öffnet. Google spricht aber ausdrücklich von einer Prüfung von Hand. Die Verantwortung bleibt bei einem Menschen.