
Kurz beantwortet
- Kosten: Aus der Schweiz zeigt OpenAI für ChatGPT Plus CHF 20 im Monat und für die kleinste Pro-Stufe CHF 83. Claude Pro kostet 20 Dollar im Monat, Max 5x 100 Dollar und Max 20x 200 Dollar. Anthropic zeigt seine Preise ohne Steuern. Ein Standard-Platz im Firmenabo kostet pro Person und Monat CHF 19 bei ChatGPT Business und 25 Dollar bei Claude Team, bei jährlicher Zahlung weniger.
- Abo oder API: Die API ist der Zugang, über den ein Programm ein Sprachmodell direkt anspricht, ohne Chatfenster. Wenn Sie selbst viel mit KI am Bildschirm arbeiten, ist ein Abo fast immer günstiger als die API, vor allem bei agentischer Arbeit, in der ein Modell selbständig viele Schritte nacheinander macht. Jede Person braucht ein eigenes Konto, und bei Claude schliessen die Verbraucherbedingungen, die Anthropic in der Schweiz zeigt, die geschäftliche Nutzung von Free, Pro und Max aus. Für Firmen bietet Anthropic das Team-Abo ab zwei Personen an, beim Enterprise-Abo zahlen Sie zur Gebühr pro Platz jede Nutzung zu API-Preisen.
- Was ein Abo in API-Preisen wert ist: Die Analysefirma SemiAnalysis hat am 6. Oktober 2026 berechnet, was ein Abo an API-Wert bringt, wenn Sie das volle Monatslimit mit agentischer Arbeit ausschöpfen. Ein Claude-Einzelabo kommt dabei mit dem Modell Opus 5.5 auf rund das 57- bis 59-Fache seines Preises, ein ChatGPT-Einzelabo mit GPT-6.1 Sol auf rund das 10-Fache. Die beiden Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen, weil SemiAnalysis jeden Anbieter mit dessen eigenem Modell rechnet. Mit anderen Modellen schwankt der API-Wert stark, beim Claude Max 20x bei agentischer Arbeit zwischen 2'485 und 12'529 Dollar im Monat.
- Nutzungsfenster: Claude begrenzt die Nutzung über ein 5-Stunden-Fenster und ein Wochenlimit, und sobald eines davon aufgebraucht ist, sind Sie am Limit. Bei ChatGPT Plus gilt das nur im Programmierwerkzeug Codex und im Agenten-Modus Work. ChatGPT Pro hat dort derzeit nur ein Wochenlimit.
- API-Gutschrift: Claude Max 5x und Max 20x enthalten jeden Monat 100 bzw. 200 Dollar API-Gutschrift, das Team-Abo bis zu 500 Dollar für alle Plätze zusammen. Die Gutschrift verfällt am Ende des Abrechnungszyklus.
- Abo für Kunden: Die Verbraucherbedingungen beider Anbieter verbieten, das eigene Konto anderen zugänglich zu machen. Ein Produkt für Kunden läuft über die API oder, bei wenigen Partner-Apps, über das eigene ChatGPT-Abo der Kunden.
20-Dollar-Abo, 215 Dollar API-Wert in drei Tagen
Der Nutzer @coldcat_ai hat am 9. Oktober 2026 auf X vorgerechnet, dass ihn drei Tage Arbeit mit Claude Pro, einem Abo für 20 Dollar im Monat, zu API-Listenpreisen 215 Dollar gekostet hätten. In den drei Tagen hatte er 66 % seines Wochenlimits verbraucht. Ein Zählprogramm kam auf 678 Millionen Tokens, das sind die Textbausteine, meist Wortteile, nach denen Sprachmodelle abgerechnet werden.
Den Grund schreibt er gleich dazu: «99% of claude's tokens are cache reads. the whole session gets re-read every turn.» Fast alles war Text, den das Modell bei jedem Schritt noch einmal aus dem Zwischenspeicher las, zu einem Bruchteil des normalen API-Preises. Wie stark dieses Wiederlesen gegen das Limit eines Abos zählt, legt der Anbieter fest. Die Zahlen von @coldcat_ai sind die Messung eines einzelnen Nutzers, kein Durchschnitt.
Mit dem Abo bezahlen Sie die 215 Dollar nie, obwohl sie korrekt gerechnet sind. Abo und API rechnen nämlich verschieden ab. Das Abo gibt Ihnen ein Kontingent in Zeitfenstern, die API verrechnet jeden einzelnen Aufruf, also jede Anfrage eines Programms.
So beschrieb es ein Leser unter einem Artikel des Tages-Anzeigers vom 15. August 2026 über KI-Kosten in Firmen:
«Die Zugriffe via Webgui bezahlst du nach wie vor im Monatsabo. Bindest du aber Entwicklungsumgebungen via API direkt an, bezahlst du eben in sogenannten Tokens.»
Mit dem Webgui ist das Chatfenster im Browser gemeint, mit Entwicklungsumgebungen die Programme, in denen Entwickler Code schreiben. Welche Abrechnung passt, hängt davon ab, wer die Arbeit auslöst, Sie selbst oder ein Kunde oder ein Programm.
Was ein Abo in API-Preisen wert ist
Die Berechnung von SemiAnalysis
SemiAnalysis hat am 6. Oktober 2026 in einem Thread auf X ausgerechnet, was das volle Monatslimit gängiger Abos zu API-Listenpreisen kosten würde. Dabei rechnet SemiAnalysis mit agentischer Arbeit, bei Claude mit dem Modell Opus 5.5 von Anthropic und bei ChatGPT mit GPT-6.1 Sol von OpenAI. Auf das Cache-Lesen (das Wiederlesen aus dem Zwischenspeicher) entfallen 96.6 % der Tokens. Die Berechnung geht von den Abopreisen in US-Dollar aus, deshalb stehen alle Beträge hier in Dollar. Aus der Schweiz zeigt OpenAI seine Abopreise in Franken, Anthropic in Dollar.
| Abo | Preis pro Monat | API-Gegenwert pro Monat | Vielfaches des Preises |
|---|---|---|---|
| Claude Pro | USD 20 | USD 1'178 | 58.9 |
| Claude Max 5x | USD 100 | USD 5'725 | 57.3 |
| Claude Max 20x | USD 200 | USD 11'726 | 58.6 |
| ChatGPT Plus | USD 20 | USD 211 | 10.6 |
| ChatGPT Pro 100 | USD 100 | USD 1'055 | 10.6 |
| ChatGPT Pro 200 | USD 200 | USD 2'084 | 10.4 |
Quelle: SemiAnalysis auf X, Teil 3 von 6, 6. Oktober 2026 (Schweizer Zeit), Werte aus der Grafik übernommen. Pro 200 nach der Kürzung kurz vor dem Thread (siehe unten), Pro 500 ist in der Grafik nicht enthalten, die Firmenabos Claude Team und ChatGPT Business ebenfalls nicht. US-Abopreise von claude.com/pricing, der Claude-Hilfe zu Max und der OpenAI-Hilfe zu den Pro-Stufen, für ChatGPT Plus aus der Grafik von SemiAnalysis, gelesen am 25. Oktober 2026.
Die Claude-Abos kommen in dieser Berechnung auf rund das 58-Fache ihres Preises, die ChatGPT-Abos auf rund das 10-Fache. Innerhalb eines Anbieters bleibt das Verhältnis fast gleich. Max 5x kostet fünfmal so viel wie Pro und bringt knapp fünfmal so viel API-Wert. Max 20x kostet zehnmal so viel und bringt über den Monat in dieser Berechnung rund zehnmal so viel. Der Name legt das Zwanzigfache nahe, und Anthropic verspricht auch die zwanzigfache Nutzung von Pro, allerdings pro 5-Stunden-Fenster. Über den Monat setzt also das Wochenlimit die Grenze, und dafür nennt Anthropic keinen Faktor. Gegenüber Max 5x bringt Max 20x in dieser Berechnung rund doppelt so viel zum doppelten Preis.
SemiAnalysis rechnet jeden Anbieter mit dessen eigenem Modell, und Opus 5.5 kostet pro Token doppelt so viel wie GPT-6.1 Sol. Die Tabelle vergleicht die beiden Anbieter darum nicht direkt. Ein Teil des Abstands zwischen dem 58- und dem 10-Fachen kommt vom höheren Preis des Modells. Auch nach Abzug dieses Preisunterschieds gibt das Claude-Abo in dieser Berechnung aber fast dreimal so viele Tokens pro Dollar her. Ob Sie damit auch mehr erledigen, zeigt die Berechnung nicht.
Warum dieselbe Zahl je nach Modell um das Fünffache schwankt
Im ersten Teil desselben Threads relativiert SemiAnalysis die eigene Tabelle. Ein Abo habe für sich allein keinen festen Dollarwert: «It doesn't make sense to say a subscription plan is worth $ X in isolation.» Für Max 20x reicht die Spanne bei agentischer Arbeit je nach Modell von 2'485 Dollar mit Fable 5.1 bis 12'529 Dollar mit Sonnet 5.5, zwei weiteren Modellen von Anthropic.
So liegen die Listenpreise pro Million Tokens, jeweils für Input (was das Modell liest), Output (was es schreibt) und Cache-Lesen:
- Opus 5.5: 4, 20 und 0.20 Dollar
- Sonnet 5.5: 2, 10 und 0.10 Dollar
- Fable 5.1: 10, 50 und 0.25 Dollar
- GPT-6.1 Sol: 2, 10 und 0.10 Dollar
Quellen: Preise von Anthropic und Preise von OpenAI, gelesen am 25. Oktober 2026.
Sonnet 5.5 kostet pro Token halb so viel wie Opus 5.5 und kommt trotzdem auf den höchsten Wert, weil das Abo mit Sonnet in dieser Berechnung mehr als doppelt so viele Tokens hergibt. Fable 5.1 ist von diesen vier Modellen pro Token das teuerste. Das Abo gibt damit am wenigsten Tokens her und kommt auf den tiefsten Wert.
Der Anbieter setzt den Wert fest
SemiAnalysis schreibt im vierten Teil, OpenAI habe den API-Gegenwert von Pro 200 in der Woche vor dem Thread halbiert. OpenAI selbst nennt keinen Faktor. Auf der Hilfeseite zu den Pro-Stufen steht nur, neue Abos erhielten eine «lower usage allowance», bestehende behielten die bisherige Menge bis zum 29. Oktober 2026.
OpenAI rät auf seiner Preisseite für Codex davon ab, so zu rechnen. Dort steht, «API token prices are separate from subscription usage», und man solle sie nicht verwenden, um die im Abo enthaltene Arbeit zu schätzen.
In den Kommentaren unter Artikeln von Tages-Anzeiger und 20 Minuten über KI-Kosten taucht immer wieder der Verdacht auf, dass die Anbieter mit günstigen Abos locken und später zulangen. Der Anbieter legt fest, wie viel ein Abo hergibt, und kann das ändern, so wie OpenAI bei Pro 200.
Wie das 5-Stunden-Fenster und das Wochenlimit funktionieren

Zwei Grenzen gleichzeitig
Claude zählt Ihre Nutzung in zwei Fenstern, einem von fünf Stunden und einem von einer Woche. OpenAI rechnet bei Plus nur im Programmierwerkzeug Codex und im Agenten-Modus Work von ChatGPT mit diesen zwei Fenstern. Der normale Chat ist bei ChatGPT gesondert geregelt. Wo beide Fenster gelten, schreibt OpenAI: «you need allowance remaining in both». Ein neues 5-Stunden-Fenster beginnt dort mit der ersten Nachricht nach Ablauf des alten (OpenAI-Hilfe).
Bei Anthropic heisst das 5-Stunden-Fenster Sitzungslimit. Laut der Claude-Hilfe zu Max wird es «every five hours» zurückgesetzt, das Wochenlimit jede Woche zur selben Zeit. Auch bei Claude zählen beide gleichzeitig. In den Hilfeseiten von Anthropic habe ich nicht gefunden, wann das 5-Stunden-Fenster bei Claude beginnt.
«Wenn man dann ein paarmal sagt, mach es, ist das Limit erreicht», schrieb ein Leser unter einem Artikel von 20 Minuten. Bei agentischer Arbeit kann das schnell gehen, weil jeder Schritt den ganzen bisherigen Verlauf noch einmal liest und dieser Verlauf mit jedem Schritt wächst.
Wo sich ChatGPT und Claude unterscheiden
ChatGPT Pro 100, 200 und 500 haben in Codex und Work derzeit kein 5-Stunden-Limit, nur ein Wochenlimit. Bei Claude teilen sich der Chat und das Programmierwerkzeug Claude Code ein Kontingent. Max 5x und Max 20x bringen pro 5-Stunden-Fenster fünf- bzw. zwanzigmal die Nutzung von Pro, und auf das Modell Fable darf bei Max höchstens die Hälfte des Wochenlimits entfallen.
Meine Übersicht der Abo-Limits von ChatGPT zeigt, wie viel jedes ChatGPT-Abo pro Fenster erlaubt. Für Claude zeigt die Übersicht der Abo-Limits von Claude dasselbe in Faktoren, weil Anthropic keine Anzahl Nachrichten publiziert.
Was nach dem Limit passiert
Bei Claude können Sie Nutzungsguthaben zukaufen, abgerechnet zu API-Preisen. OpenAI verkauft Credits für zusätzliche Nutzung, die ausdrücklich «not API credits» sind und 12 Monate gelten. Zudem bietet OpenAI ausgewählten Plus- und Pro-Konten einen bezahlten Sofort-Reset des Wochenlimits in Codex und Work an.
Für meine eigene Entwicklungsarbeit nutze ich ein Abo. Vor einer längeren Aufgabe schaue ich in der Nutzungsanzeige nach, wie viel vom 5-Stunden-Fenster und vom Wochenlimit noch übrig ist. Ist ein Fenster fast aufgebraucht, starte ich nichts Neues mehr und lasse laufende Arbeit bis zum nächsten Reset fertig werden.
Wann die API die richtige Wahl ist
Sobald andere Menschen das Ergebnis nutzen
Die Verbraucherbedingungen von Anthropic sagen: «You may not ... make your Account available to anyone else.» In den Bedingungen von OpenAI für Europa, die auch für die Schweiz gelten, steht fast derselbe Satz: «You may not share your account credentials or make your account available to anyone else.» Für Pro hält OpenAI zusätzlich fest, «reselling access» sei «prohibited». Die Verbraucherbedingungen von Anthropic erlauben ausserdem automatisierten Zugriff («through automated or non-human means») nur mit einem API-Schlüssel (einer Art Passwort für Programme) oder dort, wo Anthropic ihn ausdrücklich zulässt.
Weil kein Konto anderen zugänglich sein darf, braucht jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ein eigenes Konto. Bei ChatGPT kann das ein eigenes Plus- oder Pro-Abo sein. Für die geschäftliche Nutzung sehen die Bedingungen von OpenAI für Europa einen eigenen Zusatz vor, der unter anderem die Haftung von OpenAI begrenzt. Bei Claude schliessen die Verbraucherbedingungen, die Anthropic in der Schweiz zeigt, die geschäftliche Nutzung von Free, Pro und Max aus («not use our Services for any commercial or business purposes»). Zugleich erklärt Anthropic in seiner Hilfe zur Mehrwertsteuer, wie man ein Einzelabo «as a business» abschliesst. Laut Anthropic gelten auch dann die Verbraucherbedingungen, und wie das zum Ausschluss der geschäftlichen Nutzung passt, erklärt Anthropic nicht. Anthropic bietet für die geschäftliche Nutzung das Team- und das Enterprise-Abo an. Dafür gelten bei Anthropic wie bei ChatGPT Business die Geschäftsbedingungen statt der Verbraucherbedingungen.
Der Chat auf meiner Website läuft über die API mit einem eigenen API-Schlüssel und nicht über das Login meines Abos, denn mein Konto darf niemand anderem zugänglich sein. Für dieses API-Konto habe ich das automatische Nachladen ausgeschaltet und ein festes Ausgabenlimit gesetzt. Ist sein Guthaben aufgebraucht, schlagen Anfragen mit diesem Schlüssel fehl, statt eine Karte zu belasten. Damit der Chat dann nicht ausfällt, hat er eine Reserve.
Eine Ausnahme ist «Sign in with ChatGPT». Damit nutzen Kundinnen und Kunden mit einem ChatGPT-Abo (Go, Plus oder Pro) ihr eigenes Abo in teilnehmenden Apps. OpenAI spricht von «a limited set of partners».
Sobald Kundendaten durch die API oder durch ein Abo laufen, etwa wenn Mitarbeitende Kundenmails in den Chat kopieren, kommt der Datenschutz dazu. Die Schweizer Regeln dafür beschreibe ich in ChatGPT und Datenschutz: was in der Schweiz gilt.
Was ein Platz im Firmenabo kostet
| Firmenabo | Pro Person und Monat, monatlich bezahlt | Pro Person und Monat, jährlich bezahlt | Personen |
|---|---|---|---|
| ChatGPT Business Standard | CHF 19 | CHF 15 | 2 bis 200 |
| ChatGPT Business Premium | CHF 102.70 | CHF 81.10 | 2 bis 200 |
| Claude Team Standard | USD 25 | USD 20 | 2 bis 150 |
| Claude Team Premium | USD 125 | USD 100 | 2 bis 150 |
| Claude Enterprise | nicht angeboten | USD 20 plus Nutzung zu API-Preisen | ab 20 |
Quellen: Preisseite von ChatGPT für Firmen, aus der Schweiz aufgerufen, Preisseite von Claude, Claude-Hilfe zum Team-Abo und Claude-Hilfe zum Enterprise-Abo, gelesen am 26. Oktober 2026. Anthropic zeigt die Preise ohne Steuern, OpenAI macht bei den Franken-Preisen keine Angabe zur Mehrwertsteuer.
Ein Standard-Platz im Team-Abo von Claude bringt pro 5-Stunden-Fenster das 1.25-Fache von Pro, ein Premium-Platz das 6.25-Fache, also etwas mehr als Max 5x. Beide enthalten Claude Code und haben zusätzlich ein Wochenlimit. Bei ChatGPT bringt Premium laut OpenAI in Codex und Work fünfmal so viel Nutzung wie Standard und hat dort kein 5-Stunden-Limit. Beim Enterprise-Abo von Claude deckt die Gebühr pro Platz nur den Zugang, jede Nutzung kostet zusätzlich API-Preise.
Beide Firmenabos verlangen mindestens zwei Personen. Als Einzelperson nutzen Sie bei ChatGPT ein Einzelabo wie Plus oder Pro. Bei Claude bleibt Ihnen dann die API oder ein Einzelabo, bei dem offen ist, ob die geschäftliche Nutzung erlaubt ist.
Was ein Aufruf kostet: ein Rechenbeispiel
Ich rechne mit den Listenpreisen vom 25. Oktober 2026 und einem Kundenchat, der 1'000 Anfragen beantwortet, jede mit 3'000 Tokens Input und 500 Tokens Output. Mit Sonnet 5.5 oder GPT-6.1 Sol kostet der Input 6 Dollar und der Output 5 Dollar, zusammen rund 11 Dollar, also gut 1 US-Cent pro Anfrage. Die Batch-Schnittstelle sammelt die Anfragen und arbeitet sie zeitversetzt ab. Wo die Antworten warten können, halbiert sich der Betrag so auf rund 5.50 Dollar. Eine nächtliche Auswertung kann warten, ein Chat nicht.
Ein paar gelegentliche Fragen würden über die API oft weniger kosten als ein Abo für 20 Dollar. Ohne Chatfenster braucht die API aber ein Programm, das sie anspricht, und dieses Programm muss jemand bauen oder einrichten. Für die tägliche Arbeit am Bildschirm ist das Abo deshalb meist der einfachere Weg, auch bei wenig Nutzung.
Die häufigste Klage unter Artikeln über KI-Kosten in Firmen war, die Kosten stiegen und man sehe nicht, wofür die Tokens verbraucht werden. Bei der API können Sie den Preis jedes Aufrufs aus seinen Tokens ausrechnen, beim Abo sehen Sie nur, wie viel vom Limit noch übrig ist.
Laufen solche Aufrufe in einer Workflow-Plattform, kommen deren Kosten dazu. Für die Workflow-Plattform n8n, die ich selbst nicht einsetze, habe ich das in n8n Pricing: Kosten und wann es sich lohnt durchgerechnet.
Wenn ein Ablauf ohne Sie läuft
Ein Programm, das nachts Belege ausliest oder Anfragen vorsortiert, braucht niemanden am Bildschirm. Auf der API können Sie seine Kosten mit den festen Listenpreisen ausrechnen, bevor der Job läuft. Was nicht sofort fertig sein muss, läuft über Batch zum halben Preis.
Nach den Bedingungen von Anthropic braucht so ein Job bei Claude einen API-Schlüssel oder eine ausdrückliche Erlaubnis. Diese Erlaubnis gibt Anthropic beim Agent SDK, einem Baukasten, mit dem Entwickler eigene KI-Agenten bauen. Ein Job, den nur Sie nutzen, darf damit derzeit auf Ihrem Abo laufen und verbraucht dann Ihr 5-Stunden-Fenster und Ihr Wochenlimit. Für einen Job Ihrer Firma gilt dabei, was ich oben zur geschäftlichen Nutzung schreibe. Für einen Job, der zuverlässig laufen muss, empfehle ich trotzdem die API. Auf dem Abo bleibt er stehen, sobald Sie das Limit mit Ihrer eigenen Arbeit aufgebraucht haben, ausser Sie haben Nutzungsguthaben eingeschaltet.
Die API-Gutschrift in Max und Team
Claude Max 5x enthält zusätzlich zum Abo-Kontingent jeden Monat 100 Dollar API-Gutschrift, Max 20x 200 Dollar, das Team-Abo für Firmen bis zu 500 Dollar für alle Nutzerplätze zusammen. Laut der Dokumentation von Anthropic gilt die Gutschrift für die Claude API und für das Agent SDK, wenn es mit einem API-Schlüssel statt mit dem Abo-Login läuft (gelesen am 25. Oktober 2026). Für interaktives Arbeiten in Claude Code gilt sie nicht, und auch nicht für zusätzliche Nutzung in den Apps über das Limit hinaus. Sie verfällt am Ende des Abrechnungszyklus, ohne Übertrag in den nächsten Monat.
Die Dokumentation schreibt für den Fall, dass die Gutschrift leer ist und Ihr API-Konto kein anderes Guthaben hat: «API requests stop ... Usage is never charged to your Claude plan.» Pro erhält keine API-Gutschrift. Bei OpenAI wird die API getrennt vom ChatGPT-Abo abgerechnet.
Abo für die eigene Arbeit, API für das Produkt

Sind Sie mindestens zu zweit, beginnen Sie für die eigene Arbeit am Bildschirm mit der kleinsten Stufe für Firmen, bei ChatGPT mit Business Standard und bei Claude mit Team Standard. Für Sie als Einzelperson gilt, was ich oben zu den Einzelabos schreibe. Die nächste Stufe wählen Sie danach, wie oft Sie an deren Limits stossen. Arbeiten Sie oft stundenlang am Stück in Codex, zählt bei ChatGPT, dass Pro und Business Premium dort kein 5-Stunden-Limit haben. Jede Person braucht dabei ein eigenes Konto, Sie selbst wie Ihre Mitarbeitenden. Für Kunden, für interne Werkzeuge, die Mitarbeitende ohne eigenes KI-Konto nutzen, und für Programme, die zuverlässig ohne Sie laufen müssen, empfehle ich die API mit einem festen Ausgabenlimit.
Bei viel agentischer Arbeit ist das Abo laut den Werten von SemiAnalysis um ein Vielfaches günstiger, und für die Wahl zwischen Abo und API reicht mir diese Richtung. Wie viel Arbeit Sie bekommen, zeigen die Werte kaum. Ein Produkt würde ich nicht darauf bauen, weil der Anbieter sie ändern kann.
Wenn Sie mit Ihrer eigenen Arbeit ständig ans Limit stossen, würde ich an Ihrer Stelle zuerst die Arbeitsweise prüfen und erst dann ein grösseres Abo. Kürzere Gespräche mit einer klaren Aufgabe bringen nach meiner Einschätzung mehr als der Wechsel auf die nächste Stufe, denn ein Verlauf, der bei jedem Schritt komplett neu gelesen wird, verbraucht mit jedem Schritt mehr.
Welche Arbeit auf welches Konto gehört
Schreiben Sie eine Woche lang in zwei Listen auf, welche KI-Arbeit Sie selbst auslösen und welche jemand anderes oder ein Programm. Die zweite Liste schaue ich mir im Erstgespräch mit Ihnen an, und wie es danach weitergeht, steht auf der Seite zur KI-Beratung.
Häufige Fragen
Was kostet ChatGPT im Monat?
Aus der Schweiz zeigt OpenAI auf seiner Preisseite für ChatGPT Go CHF 7 im Monat, für Plus CHF 20 und für die kleinste Pro-Stufe CHF 83. In US-Dollar listet OpenAI die drei Pro-Stufen zu 100, 200 und 500 Dollar, abgerechnet nur monatlich. Beide Angaben sind vom 25. Oktober 2026. Firmen ab zwei Personen zahlen in ChatGPT Business für einen Standard-Platz CHF 19 im Monat oder CHF 15 bei jährlicher Zahlung, Stand 26. Oktober 2026.
Was kostet Claude, und was bringt Max gegenüber Pro?
Claude Pro kostet 20 Dollar im Monat oder 17 Dollar bei jährlicher Zahlung, Max 5x 100 Dollar und Max 20x 200 Dollar (Stand 25. Oktober 2026). Mit Max 5x bzw. Max 20x bekommen Sie pro 5-Stunden-Fenster fünf- bzw. zwanzigmal die Nutzung von Pro und jeden Monat 100 bzw. 200 Dollar API-Gutschrift. Über den ganzen Monat kommt Max 20x in der Berechnung von SemiAnalysis auf rund das Zehnfache von Pro, dort setzt also das Wochenlimit die Grenze. Für Firmen kostet ein Standard-Platz im Team-Abo 25 Dollar im Monat oder 20 Dollar bei jährlicher Zahlung, ab zwei Personen (Stand 26. Oktober 2026). Anthropic zeigt seine Preise ohne Steuern.
Warum meldet mein Abo «Limit erreicht», obwohl ich nur ein paar Mal gefragt habe?
Bei Claude zählen lange Gespräche schon im normalen Chat stärker gegen das Limit, weil das Modell bei jeder Antwort den bisherigen Verlauf mitliest. Bei agentischer Arbeit, etwa in Claude Code oder Codex, liest es bei jedem Schritt den ganzen bisherigen Verlauf noch einmal. In der Messung von @coldcat_ai machte das 99 % der Tokens aus, und der Anbieter entscheidet, wie stark dieses Wiederlesen gegen das Limit zählt. Ausserdem zählen bei Claude und in Codex und Work von ChatGPT meist zwei Fenster gleichzeitig, das 5-Stunden-Fenster und das Wochenlimit. Bei Claude teilen sich Chat und Claude Code dasselbe Kontingent.
Darf ich mein Abo in meiner eigenen Software oder für Kunden einsetzen?
Bei Claude darf ein Programm, das nur Sie selbst nutzen, derzeit über das Agent SDK auf Ihrem Abo laufen und verbraucht dann Ihr Limit. Geschäftlich schliessen die Verbraucherbedingungen, die Anthropic in der Schweiz zeigt, Free, Pro und Max aus, dafür sind Team und Enterprise vorgesehen. Für Kunden geht es nicht, denn beide Anbieter verbieten, das Konto anderen zugänglich zu machen. Ihre Kunden nutzen Ihr Produkt deshalb über die API oder, bei wenigen Partner-Apps, mit ihrem eigenen ChatGPT-Abo.
Ist ein bezahltes ChatGPT-Abo werbefrei?
Nicht jedes. OpenAI zeigt laut seiner Hilfeseite in Free und Go Werbung, und Go ist mit CHF 7 im Monat ein Bezahlabo. Plus und Pro sind werbefrei.